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Campus-Lektion 14. Mai 2026

Börsen ABC – Die FED

Wie die Fed Einfluss auf die Wirtschaft nehmen kann

Timo
Timo – MioModus 3 Min. Lesezeit

Viele schauen ja immer auf die Fed, wird sie die Zinsen senken, wird sie die Zinsen erhöhen. Ich will ehrlich mit euch sein. Ich schaue mir das zwar an, aber da mein Anlagehorizont langfristig ist, lege ich dazu nicht allzu viel Wert drauf. Ich nutze das eher, um mich darauf einzustellen, wie es die nächsten Monate an der Börse werden könnte.

Was ich heute kurz erklären wollte ist, dass die Fed mehr hat als den Leitzins als Werkzeug. Es gibt noch zwei weitere, von denen man nicht so oft hört. Und die sind mindestens genauso wichtig.

QE, Geld ins System ( Quantitive Easing)

Wenn die Wirtschaft in einer Krise steckt, kauft die Fed massenhaft Anleihen von Banken und zahlt dafür frisches Geld. Die Banken haben dadurch wieder Kapital, Kredite werden günstiger, die Wirtschaft kommt in Schwung. Das nennt sich Quantitative Easing, kurz QE. Passiert ist das 2008 nach der Finanzkrise und nochmal 2020 in der Corona-Krise.

QT, Geld aus dem System ( Quantitative Tightening)

Das Gegenteil passiert, wenn die Inflation zu hoch wird. Die Fed verkauft die Anleihen wieder oder lässt sie auslaufen, ohne neue zu kaufen. Damit zieht sie Geld aus dem System, Kredite werden teurer, die Preise steigen langsamer. Das nennt sich Quantitative Tightening, kurz QT. Ab 2022 hat die Fed genau das gemacht, als die Inflation nach Corona stark anzog.

Was das konkret bedeutet

Bei QE fließt viel Geld ins System. Das drückt die Zinsen nach unten, nicht nur den Leitzins, sondern auch die Zinsen auf Kredite, Hypotheken und Unternehmensanleihen. Firmen können sich günstiger finanzieren, investieren mehr, stellen mehr Leute ein. Die Börse reagiert darauf meistens positiv, weil billiges Geld Investitionen antreibt und Unternehmensgewinne steigen können. Der Nachteil: Zu viel davon heizt die Inflation an, wie wir nach 2020 gesehen haben.

Bei QT passiert das Gegenteil. Geld wird knapper, Zinsen steigen, Kredite werden teurer. Firmen investieren weniger, Konsumenten geben weniger aus, die Wirtschaft kühlt ab. Die Börse reagiert darauf oft nervös, weil steigende Zinsen Unternehmensgewinne unter Druck setzen und Anleihen als Alternative attraktiver werden. Der Vorteil: Die Inflation geht zurück.

Wo stehen wir gerade und was plant der neue Fed-Chef?

Das QT-Programm der Fed lief von 2022 bis Ende 2025. Seit Dezember 2025 ist es beendet, die Bilanz der Fed liegt stabil bei rund 6,6 Billionen Dollar. Es wird aktuell weder aktiv Geld ins System gepumpt noch abgezogen. Wir befinden uns in einer Wartephase, und die Zinssenkungen sind seit Januar 2026 ebenfalls pausiert.

Gleichzeitig wurde Jerome Powell diese Woche als Fed-Chef abgelöst. Sein Nachfolger Kevin Warsh wurde gestern vom Senat bestätigt. Er hat signalisiert, dass er Zinssenkungen für möglich hält, aber nach eigenem Urteil entscheiden wird und sich nicht vom politischen Druck aus dem Weißen Haus leiten lässt. Da die Inflation nach wie vor hartnäckig ist, gehen Analysten davon aus, dass Warsh bei seinen ersten Sitzungen erstmal abwarten wird, bevor er irgendetwas verändert.

Für die Märkte bedeutet das kurzfristig vor allem eines: Unsicherheit. Solange Warsh seinen genauen Kurs noch nicht gezeigt hat, dürfte die Börse nervös bleiben. Kommt irgendwann ein klares Signal Richtung Zinssenkungen, wäre das tendenziell gut für Aktien. Bleibt die Pause länger als erwartet, könnte das Druck auf Wachstumsaktien ausüben.

Für mich persönlich ist das vor allem ein Orientierungspunkt. Ich will den Markt ja nicht perfekt timen, sondern langfristig mein Geld vervielfachen. Und wenn ich in Unternehmen investiere, die ein starkes Geschäftsmodell haben und eine gute Bilanz, ist das meistens schon die halbe Miete.

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